Night of the Proms Fanpage

Proms 2016

Es geht schon wieder los...

Nach den Konzerten ist vor den Konzerten: Die Organisatoren der Night of the Proms feilen fleißig an den ersten Konzerten im März 2016. In Polen und Schweden wird ein guter klassischer Proms Mix mit den erfahrenen Künstlern Zucchero, Simple Minds und John Miles erwartet. Sogar Lisa Stansfield kehrt nach 17 Jahren wieder auf die Promsbühne zurück. Frischen Schwung bringen die Lokalhelden Jil Johnson für Schweden und Blue Cafe für Polen.

Das Line-Up für die Konzerte in den USA ist noch nicht bekanntgegeben worden. Wir erwarten erste Informationen in den kommenden Wochen. Die Konzerte sollen im Juni 2016 starten. Der Kartenvorverkauf für die Konzerte in Belgien, Niederlande, Luxembourg und Deutschland sind sehr gut gestartet. Sichert Euch die besten Karten für das Konzerterlebnis in diesem Jahr. Das deutsche Konzert letztes Jahr wurde in München aufgezeichnet und die Erstausstrahlung ist im Bayrischen Fernsehen an Ostern geplant.

Deutschland 2015

Good vibrations in Deutschland

Die Tournee der Night of the Proms in Deutschland ist beendet. Die Beach Boys und OMD überzeugten. Die Shootingstars Johannes Oerding und Fernando Varela übertrafen sich selber. Maria Mena verzauberte ruhig und emotional. Es gab viele Höhepunkte und kleine Kritikpunkte. Die Setlist, erste Kommentare und alle Fotos von den Konzerten findet Ihr in der Chronik 2015.

Jahreswertung:
Das letzte Konzertjahr in Deutschland ist direkt auf den zweiten Platz der 5 Jahreswertung eingestiegen (Platz 1: 2012 mit Mick Hucknall & Anastacia, Platz 2: 2015 mit The Beach Boys & OMD, Platz 3: 2011 mit Seal & Alison Moyet, Platz 4: 2014 mit Zucchero & Katie Melua und Platz 5: 2013 mit Morten Harket, Amy Macdonald.

Lieblingssongs:
Zu Euren Lieblingssongs in Deutschland gehörten: Platz 1: Fernando Varela - Nessun dorma, Platz 2: Il Novecento feat Fernando Varela & The Pretty Vanillas - Party Mix, Platz 3: OMD - Sailing on the seven seas, Platz 4: Maria Mena & Scala - The hanging tree / The Beach Boys - Surfing USA, Platz 5: Il Novecento & John Miles - Winnetou Melodie. Nicht so gut angekommen sind nach der Auswertung der 5 Fragen zur Tour die Songs `Auf uns´ von Scala und der Auftakt der Beach Boys mit dem Song `Do it again´.

News:
Der Kartenvorverkauf für die Konzerte 2016 ist, nach der erfolgreichen Tour 2015, sehr gut gestartet. Sichert Euch die besten Karten für das nächste Erlebnis (Eventim). Das Konzert letztes Jahr wurde in München aufgezeichnet und die Erstausstrahlung ist im Bayrischen Fernsehen an Ostern geplant.

Abstimmung

Euer Voting zum Konzert 2015

Abstimmung 2015:

Ergebnis: Wie hat Euch das Konzertjahr 2015 gefallen?

10 (sehr gut) (39.9%)
9 (21.0%)
8 (18.4%)
7 (7.8%)
6 (3.9%)
5 (2.7%)
4 (2.2%)
3 (1.1%)
2 (0.9%)
1 (sehr schlecht) (2.0%)


Insgesamt abgegebene Stimmen: 803

© Axel Heyder

Kommentar

Good vibrations


Zwei Kommentare zum Konzert der Night of the Proms in Deutschland. Stephan und Christoph besuchen die Proms. Ihre Erlebnisse berichten Sie in einem kurzweiligen Kommentar zur Tour. Wir freuen uns über Eure Kommentare im Forum und werden diese in die Chronik 2015 im Januar einpflegen.

© u.a. Marcus Wadle

Der Kommentar von Stephan:

Seit Jahren gibt es bei den Proms die angenehme Überraschung, direkt zum Auftakt einen modernen Song dargeboten zu bekommen. Nach Sia (`Chandelier´) und John Newman (`Love me again´), gab es 2015 aus dem Film Die Tribute von Panem´ den Charthit `The hanging tree´. Mein 12jähriges Patenkind sang aus vollem Herzen alle Strophen mit. Was für eine Idee, was für eine Inszenierung, was für ein schöner Beginn.

Der Kommentar von Christoph:

Schon der Einlass sollte sich als außergewöhnlich erweisen, wurden die Sicherheitsvorkehrungen doch erhöht nach den Eindrücken von Paris, sodass man kurzzeitig sogar darum zittern musste pünktlich auf seinem Platz zu sitzen.
Vorteil davon: Nur wenige Minuten nachdem ich meinen Platz eingenommen hatte, erschien auch schon das Sinfonieorchester Il Novecento auf der Bühne um zusammen mit Maria Mena und Scala den Abend mit "The Hanging Tree" aus der Panem-Trilogie zu eröffnen, allerdings für meine Ohren noch recht unspektakulär.


Nach der erneuten (´94,´98,´03,´09,´15) Aufführung des schwierig zu tanzenden `Blumenwalzers´ von Tschaikowski, wartet bereits der nächste Höhepunkt hinter der Bühne. Maria Mena kommt aus dem Orchester auf die Bühne und singt Ihre beiden Megahits aus dem 00er Jahrzehnt. Sie erfreut das Publikum mit ihrer einnehmenden, positiven Art und ihrer einzigartigen Ausstrahlung. Neben den melancholischen Werken hätte man sich noch einen moderneren, schnellere Song gewünscht. Doch gerade die Melancholie macht den Auftritt so wertvoll. Jede Liedzeile ist nachvollziehbar und authentisch dargeboten. Die Entscheidung Maria Mena an den Anfang der Show zu setzten war ein Volltreffer.



Noch vortrefflicher hätte danach die Wahl Fernando Farela mit der klassischen Tenorhymne `Nessun Dorma´ nicht getroffen werden können. Was für eine Stimme! Er nutzt sein Stimmwerkzeug bis auf ein Maximum. Standing ovations! Nun darf der Chor Scala einen modernen Hit aus Belgien präsentieren. DJ Regi schrieb den Vocalhouse Track `Elegantly Wasted´, der beim Publikum gut ankommt.

Der Filmmusik folgte das erste Klassikstück mit Tschaikowskis Blumenwalzer aus "Der Nussknacker", bei dem das Orchester einen mal direkt vorführte, wie musikalisch stark es ist. Maria Mena war dann auch der erste Gastmusiker, der sein kleines Set präsentieren durfte. Neben dem allseits bekannten "All This Time" (übrigens überraschend schwach in diesem Kontext) bestand es aus der aktuellen Single und "Just Hold Me", die beide deutlich besser im Orchesterarragement umgesetzt wurden. Maria's Stimme aber ist über jeden Zweifel erhaben und man bzw. ich höre ihr einfach sehr gerne zu.
Sehr niedlich war auch, dass sie (die laut eigener Aussage nur wenige deutsche Worte kann) das Publikum mit einem akzentfreien "Hamburg - meine Perle" begrüßte, womit sie das Publikum natürlich direkt auf ihre Seite zog.
Nach den ersten Popstücken ging es zurück zur Klassik, genauer gesagt zum ersten Auftritt des Klassik-Solisten. Es gibt nicht viele Stücke aus diesem Genre, die mir zusagen, aber spätestens seit Paul Potts kann man ohne Umschweife zugeben, dass "Nessum Dorma" schon ne ziemlich große Nummer ist über dessen Auftauchen in der Setlist ich mich auch sehr freute. Der Tenor Fernando Varela sorgte mit einem starken Vortrag für den ersten Gänsehautmoment des Abends. Beeindruckend (wenn auch für Tenöre nicht ungewöhnlich) fand ich es zudem, dass er auch ohne Mikrofon locker bis in den Oberrang vordringt. Sein später folgendes Duett mit einer der Backgroundsängerinnen war dagegen nicht so meins.

© Marcus Wadle / dreamteampics.be

Gefolgt vom U2 Klassiker `With or without you´, betritt John Miles die Bühne. Seine Interpretation von Miley Cyrus `Wrecking Ball´ wird vom Publikum gefeiert und ist ein starkes Lead-in für den nun folgenden, deutschen Shootingstar.

Johannes Oerding ist ein Vollblutmusiker. Er lebt und liebt die Musik. Der Titel `Alles brennt´ macht Lust auf mehr. Sein größter Hit gehört auf jeden Fall in die Setlist und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.

Das Bocelli Duett `Vivo per lei´ hingegen ist wunderschön anzuhören, aber es plätschert bzw. zerfließt seicht von der Bühne. Gerade an dieser Stelle wäre ein Duett Oerding / Varela wertvoll gesesen. In Antwerpen gab es ein fullminantes Finale namens `Uptown funk´. Die Halle hätte vor Begeisterung ihr Dach verloren und Oerding und Varela wären zu den Göttern aufgestiegen. Man darf ja mal träumen.... (siehe Video `Uptown funk´)

Es folgten - zunächst mit jeweils nur einem Titel - zwei Männer, die beide schon zusammen mit Joe Cocker auf Tour waren. Zunächst Mr. Proms (also John Miles höchstpersönlich), welcher einer Tradition zu Folge einen aktuellen Popsong coverte. In diesem Jahr handelte es sich dabei um "Wrecking Ball". Auch dazu bleibt einem nur die Feststellung, dass die Version sehr stark war (besonders die orchestralen Parts im Refrain).


Und dann gab es den Auftakt des Heimspiels für Johannes Oerding mit "Alles brennt", welches ebenfalls gut mit Orchester harmonierte. Allerdings bin ich der Meinung, dass es sicher geeignetere Stücke für diese Zusammenkunft aus Pop und Klassik in seinem Repertoire gibt.

© u.a. Marcus Wadle


Es gibt Momente bei den Proms, da möchte man die Zeit anhalten, die Welt umarmen und vor positiven Emotionen zerspringen. Ein Raunen geht durch die Arena, als das Orchester die legendäre Böttcher Filmmusik zu `Winnetou´ anspielt. Eine schöne Idee zum Tode von Pierre Brice, gereift an einam Sonntagnachmittag in München. Danke Karen, danke Dirk für diese umgesetzte Idee. Genial!!! (Offtopic: Mein o.g. Patenkind kannte Winnetou überhaupt nicht und in Benelux sind weder Filme noch die Musik bekannt. RTL wird 2016 eine neue Fassung von Winnetou im TV präsentieren.)

Rauf von den Stühlen, die epileptische Windmühle kommt auf die Bühne. Andy McCluskey ist eine Rampensau par excellence. Sine Stimme und Dynamik wie vor 100 Jahren beeindruckend. OMD gehören zur Promsfamilie wie Simple Minds, Roger Hodgson oder Alan Parsons. Es gibt kleine Änderungen zum Programm 2006 in Deutschland: Das Medley wurde geändert (`Souvenir´ und `If you leave´ raus - Talking loud and clear rein), und leider wieder kein `Enola Gay´. Dafür bekommt Paul Humphreys, das zweite Standbein von OMD, seinen Einsatz beim Song `Forever live and die´. Zudem wird wieder die Milchstraße besucht. Mit oder ohne `Enola Gay´, einen Song den jeder kennt, aber kein Charterfolg in Deutschland war, die Halle bebt. Die Halle bebt beim Song `Sailing on the seven seas´. Andy McCluskey lässt das Publikum nicht mehr los. Terrierartig beißt er sich fest und verbreitet einen bisher ungeahnte Endorphineschub. Ein Meisterwerk mit Orchester und ein geniales Finale zur Pause.



Anschließend war wieder das Orchester instrumental gefordert mit einer Hommage an den verstorbenen Pierre Brice, sprich als weiterer Filmmusikpart des Abends wurde die Winnetou-Titelmelodie performt.


Die erste, sehr kurzweilige, Hälfte der Veranstaltung beschlossen dann die beiden Herren, auf die ich mich so freute. Und Paul Humphreys und Andy McCluskey von OMD bestätigten diese Vorfreude mehr als eindrucksvoll.
Sie starteten mit ihrem Megahit "Maid of Orleans" (meistverkaufte Single in D 1982), welcher sowieso schon einer meiner absoluten Lieblingssongs der 80er ist und in diesem Arragement (welches ich im übrigen schon von der CD von dessen ersten Auftritt bei dem Proms kannte - live ist aber wie wir alle wissen ne ganz andere Hausnummer) noch so viel genialer rüberkommt. Schon ab den ersten Tönen herrschte endlich auch mal gute Stimmung in der Arena (zuvor war es doch merkwürdig ruhig).
Die Songs des sodann präsentierten Medleys waren ebenso gut gewählt (Talking Loud and Clear, Forever live and die und noch eins *G) und zusammen mit Orchester einfach nur klasse - deren NewWave passt aber irgendwie auch wie die Faust aufs Auge für die Zusammenarbeit mit Klassikeinflüssen. Für mich besonders war dieses Medley aber, weil es mit dem von mir so geliebten "Walking on the Milky Way" endete, welches ich nun endlich live erlebte (beim Konzert 2013 wurde es ausgelassen).
Mit "Sailing On The Seven Seas" brannte die Bude dann richtig. Nun aber stand ausnahmslos jeder in der Halle und jubelte den Briten und dem Orchester vollkommen zurecht zu. Ein geniales Finale der ersten Proms-Hälfte.

Die Ankündigung im Programmheft, dass OMD im Herbst 2016 wieder auf Deutschland-Tour gehen, war dabei noch das Tüpfelchen auf dem I.

© u.a. Marcus Wadle


Nach der Pause folgte die starke Ouvertüre 1812. Wer in Antwerpen das Konzert erleben konnte, wird den Unterschied der Interpretation zwischen dem Dirigenten Robert Groslot und der Dirigentin Alexandra Arrieche bemerkt haben.

Sehnsuchtsvoll haben wir auf den zweiten Teil von Johannes Oerding gewartet. Nun sollte es soweit sein. Für uns unerwartet rutschete der Soul/Funk Song `Traurig aber wahr´ ins Programm. Eine positive Überraschung! Der Groove, der Spaß und die Leichtigkeit des Songs steckt das Publikum an. Schade nur, dass ein Konzert nicht bis 24:00 Uhr gehen kann. Das orchestrale Meisterwerk `Wenn Du lebst´ von der aktuellen CD, wäre noch ein Traum gewesen.




Farela nutzte die zweite Hälfte, um seine neue CD zu präsentieren. Der Song `Vivere´ist modern und gut. Einen zweiten Klassiker a la `Granada´, `Caruso´, `Dein ist mein ganzes Herz´ oder ein Werk von seinem Mentor David Foster (u.a. Peter Cetera, Michael Buble, Josh Groban), oder seine bekannten Konzertinterpretationen von Coldplay, gab es leider nicht mehr zu hören. Ein weiteres Luxusproblem bei den Proms 2015! Es geht halt nicht alles. Oder wie es der Veranstalter ausdrücken würde: "Too many hits, too little time".


Zeit nimmt sich hingegen John Miles jedes Jahr für seine Hymne `Music´. Der Song ist und bleibt unentbehrlich. Dagegen wurde auf die `diebische Elster´, `Land of hope´ oder `Zarathustra´ verzichtet. Gut so!


Scala und die Kolacny Brothers konnten im Anschluss, meiner Meinung nach, überhaupt nicht zünden. Der Song `Auf uns´ mit seinen Tempiwechseln und der seicht, eleganten Interpretation, ließ die ersten Klatscher an der Hook krepieren. Sicher eine gute Idee vor der Tour, aber der Song hätte ersetzt werden müssen, sollen, können,... Ihr großer Welthit(!) “Creep” oder das auf vielen Konzerten zum Ende beliebte `Black horse´ wurden im Line-up nicht berücksichtigt.


Nach der für meinen Geschmack etwas zu langen Pause (die man aber gut dazu nutzen konnten schonmal Gedanken für den Blog zu verfasen *g) durfte dann das Orchester zunächst wieder ohne Gesang seine Klasse beweisen, was sie erneut mit einem Werk von Tschaikowski taten. Die "Ouvertüre 1812" kann man im Übrigen auch kennen und war direkt wieder ein gelungener Startschuss in den 2. Part, der gesanglich dann vom 2. Auftritt von Johannes Oerding eröffnet wurde.

Für Teil 1 hatte ich die Songauswahl noch leicht kritisiert und Teil 2 sollte zeigen, dass es in der Tat bessere Songs für diese Zusammenkunft gibt. Vom Arragement her war "Traurig, aber wahr" (eine Nummer, die derweil gar nicht so bekannt ist und etwas überraschend im Set auftauchte) meines Erachtens das Highlight des Abends. Das Orchester konnte dabei alle seine Facetten zeigen und präsentierte sich im Big Band-Style, der diesem Track äußerst gut zu Gesicht stand. "Heimat" hingegen war fast schon eine logische Wahl als Finale und bot wenig Überraschungen. Nichtsdestotrotz ein würdiges Ende seines Parts.

Folgend durfte dann auch Tenor Francesco Varela noch ein finales Stück, genauer gesagt seine aktuelle Single "Vivere" präsentieren. Diese war unerwartet poppig, im Chorus brachte er jedoch auch wieder seine Klasse als Tenor zur Geltung. Diese Mischung machte den Song besonders und hörenswert.

Dann endlich folgte DER Song der Proms, eine der vielleicht schönsten Liebeserklärungen überhaupt an die Musik: "Music" von John Miles. Es war ein absoluter Traum diesen Song endlich mal live zu erleben und der nächste Gänsehautmoment.

Auch Scalas letzten Auftritt bewerte ich etwas zwiegespalten, was nicht nur daran lag, dass sie sich die im Vorjahr totgedudelte sogenannte WM-Hymne vom Bourani vornahmen. Handwerklich war das zwar gut gemacht und ne nette Abwechslung zum Original. Man merkte aber auch eindeutig wie leicht berechenbar und damit auf Dauer öde der Stil von Scala ist.


Die Proms gehen mit der Zeit. Eine Idee aus dem Konzert in Belgien wurde für die deutsche Tour übernommen und etwas abgeändert. Der Party Mix mit sieben Housetracks der vergangenen 16 Jahre ist gut bestückt. Neben harten Songs `Intoxicated´ und `Kernkraft 400´, sind gerade `Summer´ und das in den deutschen Charts nicht sehr erfolgreiche `Sun is shining´ eine schöne Abwechslung mit ordentlich Bass und guten Samples. Bitte mehr davon! Warum die Moderation von "aktuellen Hits aus dem Jahr 2015" spricht, bleibt ein Rätsel. Nichtdestotrotz, mein Patenkind ist begeistert. Me too!

Patrick De Smet bietet dieses Jahr ein sehr abwechslungsreiches Medley aus beliebten klassischen Werken. Von `Tetris´ bzw. `Korobeiniki´ bis `Morgen kommt der Weihnachtsmann´ bzw. `Ah! vous dirai-je, maman´wurde ein abwechslungsreicher und kurzweiliger Auftritt geboten.



Die legendären Beach Boys schließen die Show ab. Nach einem unspektakulären Start mit dem Song `Do it again´ steigert sich die Show zu einer gewaltigen Party. `Barbara Ann´ und `Surfin´ USA´ reißen auch die letzten Skeptiker von den Stühlen. Die Herren sind Mitte 70, singen live immer noch beeindruckend, nur mit der Beweglichkeit hapert es ein wenig. Vermisst wurden die Songs `California girls´, welches Katty Perry auf ihre Weise 2010 wiederbeleben konnte und der Hit `Fun Fun Fun´, mit welchem die Beach Boys die letzten Jahre ihre Konzerte beendet haben.

Zum großen Finale kommen alle Stars der Show auf die Bühne und zelebrieren `Good vibrations´. Passt nicht 100% zur Stimmung der Besucher, da der Song in sechs unterschiedlichen Segmenten aufgeteilt ist (1. Strophe, Refrain, 1. episodenhaftee Exkurs , 2 episodenhafte Exkurs, Retro-Refrain). Da wird der Zuhörer noch einmal qualitativ hochwertig gefordert!



Wir haben nach den Schwierigkeiten der Künstlerpräsentation im Sommer auf eine gute Show gehofft und schlussendlich nun bekommen. Voller Dankbarkeit ziehen wir den Hut (und die Blumenketten wieder aus). Liebe deine Proms. Wir tun es!


Auf diesen Traum folgte jedoch der wohl unnötigste, wenngleich durchaus spannende Teil der diesjährigen Proms. Das Orchester hatte sich vorgenommen einige Dancenummern aus den Charts ein wenig in ihre Welt zu überführen, was von den Ansätzen durchaus gut war (vor allem bei Calvin Harris' "Summer"), aber ingesamt viel zu sehr von den Beats überlagert wurde. Bei den jüngeren Leuten im Publikum kam dieser Part dagegen recht gut an.



Der finale Solopart des Orchesters war dagegen wieder sehr cool. Im Stück "Comedians Galop No.2" werden diverse genrefremde Stücke eingebunden, die dann auf Xylophon vorgetragen werden. Konkret waren dies z.B. "Morgen kommt der Weihnachtsmann" und "Korobeiniki" (das ist übrigens die Tetris-Melodie - hätte ich vorher niemals gewusst, dass die Melodie ein 150 Jahre altes klassisches Stück ist).

Der letzte Auftritt gebührte echten Pop-Legenden (u.a. Grammy-Gewinner): die legendären Beach Boys aus Kalifornien surften auf die Bühne. Diesen als Hauptact die längste Zeit des Abends zu überlassen fand ich im Vorfeld etwas schade, aber trotz teils schwacher Stimme und Texthängern, die man wohl vor allem aufs Alter zurückführen kann, lieferten die Amerikaner eine wirklich gute Show.
Zu meinem eigenen Erstaunen kannte ich sogar alle 8 Songs, noch erstaunlicher jedoch fand ich wie ausnahmslos diese Songs im Orchesterarragement funktionierten (vor allem "I Get Around").
Da ich einen leichten Faible für englischsprachige Musik der 60er habe, habe ich diesen Auftritt jedenfalls genossen und bin sehr froh diese Band live erlebt und einige dieser Klassiker live gehört zu haben.
Das Grande Finale mit allen Künstlern auf der Bühne war hingegen leider etwas enttäuschend, "Good Vibrations" kamen da leider nicht ganz auf (insgesamt die Stimmung auch schwächer als bei OMD). Ich hätte mir als Finale wie früher üblich "Land of Hope and Glory" oder einen Beatles-Song gewünscht.

Trotz dieses etwas faden Endes bleibt aber die Erkenntnis, dass es ein wirklich toller, kurzweiliger Abend war, der gerade durch diese vielen verschiedenen Musikrichtungen und die Länge der Veranstaltung jeden Euro wert war. Ein schöner bunter Strauss Musik mit wenigen welken Nelken und vielen glänzenden Rosen.

© Revierfoto

Belgien / Niederlande 2015

Die Konzerte in Antwerpen & Rotterdam

Am Freitag, den 13.11.2015 wurde die Premiere der Night of the Proms in Antwerpen zelebriert. Viele langjährige Freunde der Night of the Proms waren von den zahlreichen Neuerungen in Antwerpen im Vorfeld überrascht. Neue Orchesterleitung, neuer Chor, neue Backgroundsänger/-innen, neuer Moderator,... alles neu im Jahr 2016 in Belgien. Umso mehr zog es uns zur Premiere nach Belgien. Auch 2015 gab es keinen herausragenden Top Act, sondern die Show in Gänze und besonders das fulminante Finale wurden gefeiert.

Euer Informationspool: CHRONIK 2015, TWITTER, INSTAGRAM, SPOTIFY, SETLIST, LIVE

Der Chor Scala begann mit Natalie Imbruglia und dem wunderschön inszenierten Main Titel aus dem Film `Die Tribute von Panem´. Ein prächtiger Auftakt 2015! Danach wirkten die wunderschönen Damen eher unnahrbar und kühl. Ihre großen Welterfolge `Creep´ und `Black horse´ wurden im Line-up nicht berücksichtigt. Dafür gab es den sehr ruhigen U2 Klassiker `With or without you´ und den modernen DJ Regi Houstrack `Elegantly Wasted´. Gut!

Luxembourg, Holland und Deutschland dürfen sich auf den Classic Act 2015 freuen. Fernando Varela ist ein begnadeten Tenor aus den Staaten von Amerika. Sein `Nessun Dorma´ wurde wahrhaft zelebriert. Standing ovations! Die weiteren Werke waren eher ruhig und auf Benelux abgestimmt. So ist der Song `Verita´ ein Megahit für den niederländischen Künstler Marco Borsato gewesen (siehe Video zu `De Waarheid´). In Deutschland ist der Song eher unbekannt. Die Songauswahl machte es Fernando nicht möglich, ein gefeierter Tony Henry (Proms 2006) zu werden. Dazu fehlt ein `You Raise Me Up (Por ti sere)´, ein `Caruso´, ein `Granada´ oder auch seine oftmals dargebotenen, modernen Konzertwerke von Coldplay oder Peter Cetera. Nichtdestotrotz, ein wahrer Glücksgriff für die Proms!

Bereits im August 1995 versuchten die Organisatoren, Joe Jackson für die Night of the Proms in Belgien zu verpflichten. Er sagte leider direkt ab. Genau 20 Jahre später wurde nun aus dem Plan die Wirklichkeit. Wir erlebten ein intimes Privatkonzert in der zweitgrößten Halle Europas. Leider überzeugte Joe Jackson bei diesem Experiment nicht mit einem Up-tempo Song. So verkam sein `Steppin´ out´ zu einem schönen, aber sehr tragischem Glockenspielszenario. Seinen erwarteten Welthit ´You Can't Get What You Want´ wurde gar nicht angestimmt. Ruhig feiern konnten die Hardcorfans das wunderbare `Is She Really Going Out With Him?. Die Mischung oder wenigstens die Teilung seiner Songs in zwei Blöcke wäre der Erfolg gewesen. Unsere Meinung...

Ein weitererer Bühnengast 2015 war Gavin DeGraw. Er ist ein amerikanischer Sing & Songwriter und hatte das Publikum fest im Griff. Seine drei, in Deutschland eher unbekannten Hits, und besonders seine aktive Bühnenshow wurden intensiv gefeiert. Besonders sein Song `Not over you´ überzeugte ohne Einschränkung.

Natalie Imbruglia lieferte ebenfalls ein Top-Leistung auf der Bühne in Antwerpen ab. Ihr Songs sind, wie ihre Schönheit, weiterhin zeitlos. Wenn Sie nur noch einen weiteren Megahit in ihrer Karriere gehabt hätte!

Zudem stand das britische Electronic-Dance-Music-Duo Basement Jaxx auf der Bühne. Die Damen gaben ihr Bestes und das Publikum saugte die wahrhaft glitzernde Show auf. Unser Geheimtipp zündete nicht und wir erlebten keine imaginäre Rückkehr der Pointer Sisters in Gestalt der Sängerinnen von Basement Jaxx (Pointer Sisters Flashback 2.0, Video).

Eine Veränderung gab es, wie angekündigt, im Bereich der Moderation: Der bisherige Gastgeber der Proms Carl Huybrechts, verabschiedete sich nach 30 starken Moderationsjahren von den belgischen und niederländischen Proms. Der Staffelstab wurde leider nicht aktiv auf der Bühne übergeben. Die Show wurde vom neuen Moderator Kobe Ilsen geleitet. Er arbeitete hart und fleißig an diesem Abend. Ein guter Start!

Nach Amy Winnehouse 2011 nimmt sich John Miles dieses Jahr erneut einen modernen Song vor. Dieses Jahr ist es der Welthit `Wrecking ball´ von Miley Cyrus. Und: Es funktioniert!!! John Miles rockt die Halle und es ist eine Wohltat zum Auftakt des fulminanten Abschluss!. Leben kehrt in den Sportpalais zurück!

Zum Glück konnte Veranstalter Jan Vereecke noch DJ Regi im Herbst für die Proms verpflichten. Sein Party Mix mit teilweisen, extremen Housetracks (z.B. der Remix `Heads Will Roll´ von Yeah Yeah Yeahs) zum Abschluss, ließen die Konzerthalle beben. Ein geglücktes Experiment. Chapeau vor diesem Wagnis!

Und dann der Schluss: Atemberaubend, treibend, gigantisch! Das Dopamin schoss durch die Venen der Zuschauer und der Megahit `Uptown Funk´ wurde von fast allen Künstlern zum Finale zelebriert. Es war für uns das beste Promsfinale überhaupt. Glückstrugend stehen wir minutenlang im Stehplatzbereich und können es nicht fassen. Genau so wenig wie die Anschläge von Paris, die wir gar nicht mitbekommen haben...

pictures by dreamteampics.be

Schweden & Polen 2016

Zucchero & Simple Minds 2016

Nächstes Jahr kehrt der Promstross nach Polen (12. März 2016) und nach Schweden (19. März 2016) zurück. Erste bestätigte Künstler sind: Zucchero, Simple Minds, Lisa Stansfield, John Miles, Jill Johnson (Schweden) und Blue Cafe (Polen). Beide Konzerte finden unter der Leitung von Dirigent Robert Groslot statt. Das Konnzert in Schweden findet im Fußballstadion `Friends Arena´ statt.

Måns Zelmerlöw hat den Eurovision Song Contest 2015 in Wien gewonnen. Måns führte bereits 2012 durch die Promsshow 2012 in Schweden und sang zudem seinen Eurovision Song Cara mia aus dem Jahr 2007 (siehe Chronik 2012). Wir Promsfans wünschen ihm weiterhin viel Erfolg und würden ihn auf der Promsbühne gerne wieder erleben. Bitte mit der genialen Bühnentechnik... Foto © Stefan Johansson

Polen 2015

Erstes Konzert 2015 in Polen

Das Konzertjahr der Night of the Proms startete dieses Jahr am 21. März in Polen. Am Samstag wurden Katie Melua, Kim Wilde, Mark King (Level 42) und Tony Henry in der ausverkauften Arena von Lodz gefeiert. Aus Polen gesellten sich Grzegorz Skawinski (Kombii) und Rafal Brzozowski dazu. Auch 2016 wird es wieder ein Konzert geben: TICKETS 2016.

In der Chronik 2015 findet Ihr erste Fotos, Kommentare und die Orginal Setlist.

© Kurt Jacobs

DVD Night of the Proms

DVD Vol.6 rockt!

Die 6. DVD der Night of the Proms ist im Herbst 2013 erschienen. 20 starke Konzertvideos wurden für den Proms Sampler zusammengestellt. Den Grundstock der DVD bilden Videos aus den letzten beiden Konzertjahren (2012 - 5 Tracks, 2011 - 4 Tracks). Es befinden sich in Summe 12 bisher unveröffentlichte Tracks. Diese Werke wurden weder als MP3, auf DVD oder CD veröffentlicht!

Die Highlights: Anastacia, James Blunt, Seal, John Miles, Fine Fleur und die beiden Hymnen von Sinead O´Connor. Leider wurde das Battle zwischen Orchester Il Novecento und Naturally 7, wahrscheinlich aus rechtlichen Gründen, nicht berücksichtigt. Auch Mick Hucknall ist leider mit keinem Hit von Simply Red vertreten.

Weitere Kaufentscheidungen: Die Welthits von Cliff Richard, Joe Cocker, Nile Rodgers und Tears For Fears. Sogar der gefeierte Überraschungsgast Barry Hay in Antwerpen und Rotterdam 2010 ist mit seinem zweiten Werk `When the lady smiles´ dabei. Das Programm von Chrissie Hynde, Barry Hay, Coolio, Ike Turner und Kid Creole ist nun komplett auf den DVDs der Proms zu finden. Mission completed!

Nach den jahrelangen Bemühungen um die Rechte von Sinead O´Connor, ist es den Machern der DVD nun gelungen, gleich zwei Werke aus dem Jahr 2008 auf die DVD zu pressen. Das einzigartige `Troy´ ist eine seltene Perle der Musikgeschichte.

Trackliste DVD Vol.6:

  Interpret Titel Jahr Zeit
         
01 Anastacia I´m outta love 2012 04:12
02 Mick Hucknall That´s how strong my love is 2012! 03:56
03 Sinead O´Connor Nothing compares to you 2008 05:18
04 Cliff Richard We don´t talk anymore 2010 04:55
05 Joe Cocker You are so beautiful 1996! 03:00
06 Chrissie Hynde Brass in pocket 2000 03:05
07 Ike Turner Proud Mary 2006 06:25
08 Barry Hay (Golden Earring) When the lady smiles 2010 05:15
09 Naturally 7 While my guitar gently weeps 2012 04:53
10 Il Novecento Toccata & Fuge 2012 04:05
11 Igudesman & Joo Riverdance 2008 03:50
12 Il Novecento Romeo & Julia 2007 03:45
13 John Miles Angel 2012 05:05
14 Fine Fleur Rolling in the deep - Agnus dei 2011 03:39
15 Alison Moyet That ole devil called love 2011 03:32
16 James Blunt You’re beautiful 2011 03:45
17 Sinead O´Connor Troy 2008 06:50
18 Nile Rodgers & CHIC Le freak 2011 05:18
19 Seal Crazy 2011 06:42
20 Tears For Fears Shout 2006 06:33


Interessant: Aus dem Jahr 2009 wurde kein weiterer Song veröffentlicht (z.B. Roxette). Auch wesentliche Künstler wie Donna Summer, David Garrett oder Mr. James Brown sind bisher nur einmal auf einer Proms DVD zu erleben. Aus den Jahren 1991 bis 2004 sind auf der 6. DVD nur noch zwei `Oldies´ (Joe Cocker, Chrissie Hynde) zu finden. Der Fokus liegt eindeutig auf den letzten 3 Konzertjahren. Ganze 12 Tracks stammen ausschließlich aus den Jahren nach 2010. Die sechste Ausgabe ist mit 94 Minuten die kürzeste Proms DVD überhaupt. Leider fehlen weiterhin die ersehnten Songs von The Jacksons, John Fogerty, Grace Jones, Macy Gray, Robin Gibb oder auch Shaggy.

Bestellmöglichkeiten u.a.:
Proms Shop (Deutschland), Proms Shop (Belgien), Amazon Europe, Amazon U.S.A.



Interview

Das große Interview mit John Miles

In der Rubrik Interviews haben wir nun unser Gespräch mit John Miles veröffentlicht. Lest über die Anfänge John Miles bei den Proms. Seine Meinungen zu Künstlern wie Christopher Cross, Jessie James, James Morrisson oder Stevie Wonder. Mr. Musik gibt Einblick in die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Andrea Bocelli oder Mark King von Level 42 .

Zum Abschluss des Interviews hat er sich die Fanpage Wunschliste angeschaut. Auf der Liste stehen die Songs, welche Ihr gerne einmal live bei den Proms von ihm hören würdet (siehe Wunschliste). Was sagt er zu den Songs von David Bowie, Metallica oder Peter Gabriel. Kann er sich vorstellen, dieses Songs mit den Proms einmal aufzuführen? Viel Spaß beim Lesen!

Lest nun das Interview:


Proms 2015/2016

Die Konzertdaten 2015/2016

Datum Tag Uhr Land Ort Arena Tickets
             
21.03.15 Sa 19:00 PL Lódz Atlas Arena TICKETS
             
13.11.15 Fr 20:30 BE Antwerpen Sportpaleis TICKETS
14.11.15 Sa 20:30 BE Antwerpen Sportpaleis TICKETS
20.11.15 Fr 20:30 BE Antwerpen Sportpaleis TICKETS
21.11.15 Sa 20:30 BE Antwerpen Sportpaleis TICKETS
             
27.11.15 Fr 20:00 NL Rotterdam Ahoy TICKETS
28.11.15 Sa 20:00 NL Rotterdam Ahoy TICKETS
             
30.11.15 Mo 20:00 LUX Luxemburg d'Coque TICKETS
01.12.15 Di 20:00 DE Frankfurt Festhalle TICKETS
02.12.15 Mi 20:00 DE Frankfurt Festhalle TICKETS
03.12.15 Do 20:00 DE Hannover TUI Arena TICKETS
04.12.15 Fr 20:00 DE Hamburg O2 World TICKETS
05.12.15 Sa 20:00 DE Hamburg O2 World TICKETS
06.12.15 So 18:00 DE Bremen ÖVB Arena TICKETS
08.12.15 Di 20:00 DE Berlin O2 World TICKETS
09.12.15 Mi 20:00 DE Erfurt Messehalle TICKETS
11.12.15 Fr 20:00 DE München Olympiahalle TICKETS
12.12.15 Sa 20:00 DE München Olympiahalle TICKETS
13.12.15 So 15:00 DE München Olympiahalle TICKETS
15.12.15 Di 20:00 DE Stuttgart Schleyerhalle TICKETS
16.12.15 Mi 20:00 DE Mannheim SAP Arena TICKETS
17.12.15 Do 20:00 DE Dortmund Westfalenhalle TICKETS
18.12.15 Fr 20:00 DE Köln Lanxess Arena TICKETS
19.12.15 Sa 20:00 DE Köln Lanxess Arena TICKETS
20.12.15 So 18:00 DE Oberhausen Arena TICKETS
             
12.03.16 Sa 19:00 PL Lódz Atlas Arena TICKETS
19.03.16 Sa 19:30 SW Solna (Stockholm) Friends Arena TICKETS
             
10.11.16 Do 20:30 BE Antwerpen Sportpaleis TICKETS
11.11.16 Fr 20:30 BE Antwerpen Sportpaleis TICKETS
             
19.11.16 Sa 20:00 NL Rotterdam Ahoy TICKETS
          Daten unter Vorbehalt  

© u.a. Marcus Wadle

USA 2014 / 2016

Großer Erfolg in den USA

© Nelson Chenault

Es ist vollbracht. Die Premiere der Night of the Proms in Dallas ist mehr als geglückt. Das Publikum war überraschend enthusiastisch. Eine perfekte Moderation von Carl Huybrechts, die einzigartigen Pointer Sisters als erster Act, die bombastische Natalie Choquette, ein Massenbühnensturm bei Nile Rodgers. Wo fängt man an, wo hört man auf?

Hinter den Kulissen war man sehr zufrieden mit der Show. Der Ticketverkauf muss gesteigert werden und der Name `Prom´ steht in Amerika wahrlich nicht für Europas große Leidenschaft. Nichtdestotrotz wird der Promstross 2016 mit geplanten 40! Konzerten in den Staaten von Amerika zurück erwartet. Erste namhafte Künstler werden bereits gehandelt...

Lest einen ausführlichen Konzertbericht in der Chronik 2014 USA

© Nelson Chenault


Interview


"Mensch, Du hast Recht, das ist grandios. Mach´s kaputt"

Das Interview mit Dirk Hohmeyer

Zum Frühstück im Hotel Pullmann in Köln verabredeten sich Dirk Hohmeyer und Stephan von der Fanpage. Ein kleiner Austausch in Sachen Proms reifte zum ausgiebigen Gespräch. Nach starken 2,5 Stunden wurden die Protagonisten höflich und bestimmt aus dem Frühstücksraum herauskomplimentiert...

Lest nun das Interview zu den Themen Vergangenheit (Entstehung der Proms in Deutschland, Einstieg Dirk Hohmeyer, der NOKIA Deal,...) Gegenwart (Aktuelle Künstler, CD,...) und Zukunft (Aussagen zu weiteren deutschen und europäische Überlegungen). Zum Abschluss folgt die Schicksalsfrage...

Stephan: Die Proms feiern ihren 20. Geburtstag in Deutschland. Wann hast du die Night of the Proms zum ersten Mal wahrgenommen und was war deine Einstiegsdroge?

Dirk: 1993 und 1994 hatte ich von vielen Seiten über ein Phänomen gehört, die mich veranlasst haben, im Oktober 1994 nach Dortmund zu fahren. Das erste Konzert in der Westfalenhalle war bei weitem noch nicht das, was man heute unter der Night of the Proms versteht. Es war eine tolle Veranstaltung. Die Bühne war weit in der Mitte aufgebaut und die Halle trotzdem nicht voll. Es waren sehr viele Belgier da, um Stimmung zu machen. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass Jan und Jan belgische Soldaten, die damals in Dortmund stationiert waren, eingeladen haben und auch Busse auch aus Antwerpen angekarrt wurden. Ich fand es alles sehr faszinierend und habe nach dem Konzert im Backstage meine Avancen gemacht. Ich werde nie das eingefrorene Gesicht von Jan Vereeckes vergessen, als er meine Visitenkarte von MAMA Concerts gesehen hat.

Es waren viele Veranstalter da, aber ich war offensichtlich der einzige, der seine Avancen gemacht hat. Viele sind früher gegangen, wohl nach dem Motto "Das kannst Du eh knicken, das bekommen wir in Deutschland nicht umgesetzt". Wie wir im Nachhinein wissen, hat dieser Tag anschließend mein Leben verändert.

Wie ging es nach Deinem ersten Konzerterlebnis 1994 weiter?

Wie gesagt, war ich damals bei MAMA Concerts angestellt. Nach dem Konzert bin ich mit diesem großartigen, erfrischenden Erlebnis ins Büro gekommen,und habe allen erzählt, was ich für ein tolles Konzert gesehen habe, das extrem ausbaufähig wäre, und dass die Veranstalter aus Belgien Partner suchen würden. Die Antwort des Gremiums bei MAMA Concerts, also des Direktorenmeetings war: "Weißt du was, die Belgier haben auch keine Gartenzäune, und der Deutsche empfindet die Klassik auch sehr erfürchtig, also das funktioniert nicht. Lass uns lieber um wesentliche Sachen kümmern." Es war ein enttäuschender Moment, und die negative Entscheidung musste ich nun Herrn Vereecke, wir waren da noch per Sie, mitteilen. Jan Vereecke ist der Vater der Night of the Proms in Belgien und spricht recht gut Deutsch. Ich sagte ihm: "Herr Vereecke, ich glaube an diese Sache, aber leider Gottes die Firma nicht. Aber wenn Sie noch Hilfe brauchen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.“

Welche Aufgaben hattest Du damals bei MAMA Concerts?

Ich war so eine Art Libero. Ich habe mich um Marketing, Sponsoring und Neuigkeiten aus der Branche gekümmert. Der Bereich Sponsoring wurde damals immer wichtiger. VW fing damals an, mit den Künstlern von Genesis (Anm. der Red. Auto: VW Polo II / Tour: The Way We Walk) und Pink Floyd (Anm. der Red.: Aut: VW Golf III / Tour: The Division Bell Tour) ihre Autos neu zu vermarkten. Ich hatte damals keine speziellen Geschäftspartner, sondern wurde in die Geschäftsfelder im Unterhaltungsbereich gesteckt, die möglicherweise zukunftsweisend für die Firma hätten sein können. Marcel Avram zum Beispiel, hatte damals noch die große Hoffnung, Siegfried und Roy auf Tournee zu bringen. Zudem hatte ich die Freude, auch mit Fritz Rau zu arbeiten. Ich habe ein paar Details bei der Entwicklung von Tabaluga mitgemacht und die Medienkooperationen verbessert. Immer unter dem Leitsatz "Halt die Ohren auf!". Und so kamen auch eines Tages die Proms dazu.

Die Väter der belgischen Proms Jan & Jan wurden vor MAMA Concerts und seinem berühmten Konzert-Promoter Marcel Avram mit den Worten gewarnt: „Vorsicht in Deutschland vor Marcel Avram! Wenn Sie ihm eine Hand geben, greift er den ganzen Arm“. Und trotzdem wurdest du bei MAMA ein Jahr später von den Organisatoren der Proms angerufen...

Genau, denn es war Folgendes passiert: Es war damals eine deutsche Toncrew bei der Night of the Proms in Antwerpen unter Vertrag. Das Tonabnehmersystem aus Deutschland war damals einzigartig und zudem das beste System auf dem Markt. So hatten die Jannens eine deutsche Toncrew aufgrund dieses Tonabnehmersystems.

Die Problematik 1994/1995 bestand darin, dass kein deutscher Veranstalter an die Proms glaubte. Der Chef der Tonfirma (Christian Thiele) wohnte in München und bot an, obwohl kein Veranstalter, aber zumindest Teil der Proms-Familie, die Konzerte in München zu organisieren, wenn Jan und Jan weiterhin Dortmund aus Antwerpen fernsteuern. Dieser Christian Thiele ist an einem Sonntag 1995 mit seinem Hund spazieren gegangen und ist dabei leider an einem Herzinfakt gestorben. Jan und Jan wussten zu diesem Zeitpunkt nicht, was er für das Konzert in München vorbereitet hat.

Hingegen wusste Jan aber, dass auch ich in München lebe, ich gut vernetzt bin und Interesse habe. Er rief mich mit den Worten an: "Herr Hohmeyer, können Sie uns helfen, wir wissen nicht was Herr Thiele organisiert hat. Ist die Halle gemietet? Gibt es Medienpartnerschaften, was hat er gemacht?"

Ich kannte die Witwe, habe natürlich eine gewisse Zeit gewartet, und habe ihr die Probleme geschildert. Wir haben dann gemeinsam seinen Schreibtisch durchsucht und eine Reservierungsbestätigung gefunden. Ich betone nochmal eine Reservierungsbestätigung der Olympiahalle, sonst nichts. Zudem habe ich drei, vier Radiostationen angefragt, ob sie schon einmal etwas von dem Proms Konzert gehört haben - nein. Der nächste Schritt war die Olympiahalle. Es gab, wie gesagt, noch nicht einmal einen Mietvertrag, aber es gab eine Reservierungsbestätigung. In der Zentrale von MAMA Concerts habe ich das Thema dann noch einmal angesprochen und den Kollegen deutlich gemacht, dass ich gerne die Proms machen möchte: Lasst es uns machen, das wird groß.

Du wolltest die Proms unter der Schirmherrschaft von MAMA Concerts weiterentwickeln?

Richtig, Marcel Avram war damals selber mit Michael Jackson so dermaßen beschäftigt, dass er sich gar nicht äußerte. Und meine anderen Kollegen haben gesagt: Mach es!”, weil sie befürchteten, dass sonst ich gehe. Dieses haben sie auch im Nachhinein bestätigt, dass ich sehr bestimmt gewesen bin. Schlussendlich war die Einführung der Proms in Deutschland ein überschaubarer Deal, da das Primärrisiko bei den Belgiern lag. Unter der Prämisse, auch das Konzert in Dortmund zu übernehmen, wurde der Vertrag besiegelt. Es machte keinen Sinn, nur einen regionalen Markt zu bedienen, man muss dann schon bundesweit agieren. Somit habe ich 1995 die Night of the Proms bei MAMA Concerts in vollem Umfang übernommen.

Die Belgier hatten jetzt natürlich die Befürchtung, dass MAMA das komplett an sich reißt. Es hielt sich damals das Gerücht, dass du die Proms für Deutschland zerstören solltest, um ein eigenständige Veranstaltungsreihe mit einem Orchester aus Rumänien zu organisieren.

Nein, das ist so nicht ganz richtig. Jan hatte natürlich seine Bedenken, aber primär war in dem Moment eher das Vertrauen in mich. Das hat mich natürlich sehr geehrt. Ich habe die Proms 1995 in München und in Dortmund durchgeführt, als Arrangeur sozusagen.

Zu einem Konzert habe ich sogar Marcel Avram zum Besuch überredet. Ihm wollte ich das Phänomen näher bringen. Er sagte zu mir anschließend: Mensch, du hast Recht, das ist grandios. Mach's kaputt.” Und genau dieses habe ich eben ignoriert! Denn ich wusste, er war danach schnell wieder zurück in die USA wg. Michael Jackson. Ich habe dann 1996 die Proms mit Megaschritten nach vorwärts bewegen können. Zum Beispiel konnten wir den Nokia-Deal abschließen, die Auszeichnung Goldene Kamera 1997 entgegennehmen und die Kooperation mit dem ZDF verwirklichen.


Hier geht es weiter:
Den zweiten Teil des Interviews mit Dirk Hohmeyer findet Ihr in der Rubrik
Interview Dirk Hohmeyer



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